Die Europäische Kommission bezeichnet Reformkritiker als „Mob“

In einem Beitrag auf der US-Bloggingplattform Medium bezeichnet die Europäische Kommission die Kritikerinnen und Kritiker der nun zur Verabschiedung vorliegenden Urheberrechtsreform als „Mob“. Das zeugt schon von einem recht eigenartigen Verständnis von politischer Auseinandersetzung. Zum Mittel der Beleidigung und Herabwürdigung des politischen Gegeners greifen auch nur diejenigen, denen die sachlichen Argumente ausgehen. Angesichts der Reaktionen, die der Artikel hervorrief, war er der Kommission dann aber doch so peinlich, dass sie ihn zurückzog.

Er ist aber im Internet-Archiv noch verfügbar. Da stellt sich die Frage, ob so etwas wie die Wayback Machine in Europa überhaupt möglich wäre. Ich weiß nicht, auf welcher Grundlage das Internet-Archiv in den USA arbeitet, in Europa dürfte es aber sicher nicht zulässig sein, ganze Zeitungsartikel auf der eigenen Website neu zu veröffentlichen – insbesondere dann nicht, wenn das in der Urheberrechtsreform verankerte Leistungsschutzrecht für Presseverlage in Kraft tritt.

Ausführichere Informationen zur sich zuspitzenden Auseinandersetzung um die EU-Urheberrechtsreform gibt es in einem Artikel von Friedhelm Greis bei Golem.

Kategorien: Europa, Urheberrecht

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