Autofreie Sonntage

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Vor fünfzig Jahren gab es schon einmal eine Energiekrise. Als Reaktion darauf wurde ein Tempolimit eingeführt, und es gab autofreie Sonntage. Warum passiert so etwas heute nicht?

Damals schrieb ich mein erstes Gedicht, das ich seltsamerweise immer noch auswendig kann:

Es leuchtet hell das Morgenrot
Und heute da ist Fahrverbot
Die Autos stehen am Straßenrand
Die Schlüssel hängen an der Wand
Und die Straße ist ganz still
Auch wenn’s der Autofahrer nicht will

Ich war damals ein kleiner Junge, der sich für Autos begeisterte. In meinem Auto-Quartett interessierten mich nur mit den Modellen mit den besten Leistungsdaten: die höchste Höchstgeschwindigkeit, die beste Beschleunigung, die meisten PS. Kaum eines davon hätte gegen ein aktuelles Mittelklassefahrzeug eine Chance. Aber damals waren mehr als 100 PS und eine Höchstgeschwindigkeit über 180 km/h schon eine Ansage.

Schnelle Autos fand ich toll, aber die autofreien Sonntage haben mich noch mehr begeistert.

Ein Tempolimit dürfte für die Energieeinsparung effektiver und wichtiger sein. Aber autofreie Sonntage können unseren Horizont erweitern. Sie können zeigen, wie schön es ohne verstopfte Straßen ist und was ohne Auto alles möglich ist.

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Kategorien Ökologie, Politik