Das Handelsblatt zum Streit der Dokumentenformate

Während alle Welt auf die Veröffentlichung des Ergebnisses zur entscheidenden ISO-Abstimmung über OOXML bzw. DIS 29500 wartet, hat das Handelsblatt zwei sehr lesenswerte Artikel zum Streit der Dokumentenformate zwischen ODF und OOXML veröffentlicht.

Unter dem Titel Das Tempo-Taschentuch der Textverarbeitung geben Axel Postinett und Andreas Rinke einige interessante Einblicke in den Abstimmungsprozess beim DIN, z. B. den folgenden Absatz über die Lobby-Arbeit der Firma Microsoft:

Microsoft-Unterhändler Norman Heydenreich schreibt Briefe. Er spricht von „Verantwortung“, stellt heraus, dass die Entscheidung des DIN-Beirats „von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung für unser Haus“ ist, spricht von „drohenden Schäden“ und dass man sich ein ablehnendes Votum aus Verfahrensgründen gut überlegen sollte. Er rät einem Teilnehmer noch, vorher „ggf. den Rat der Rechtsabteilung Ihres Hauses einzuholen“. Das sitzt.

Außerdem gibt es einen Kommentar von Axel Postinett, der auf die Bedeutung wirklich offener und freier Dokumentenformate hinweist und mit dem Absatz endet:

Zur Not darf es auch zwei offene Standards geben, wenn sie den Wettbewerb fördern. Aber eines ist klar: Sie müssen wirklich offen für jedermann und frei von Rechten Einzelner sein. Darauf müssen die deutsche DIN und die Weltorganisation ISO penibel achten. Tun sie das nicht, werden wir alle die Zeche bezahlen. Und sie wird nicht billig.

Kategorien: Unternehmen, Offene Standards

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