Lesezeichen
Internetseite zum Kampf um die Grundrechte in der Bundesrepublik Deutschland und die Verfassungsfeinde in der Regierung
Der Heise-Newsticker berichtet von der Expertenanhörung zur Vorratsdatenspeicherung vor dem Bundesverfassungsgericht. Nicht nur die Sachverständigen schätzen das Riskio des Misbrauchs als sehr hoch ein, auch das Bundesjustizministerium räumte ein, »dass eine ›vollständige Verhinderung‹ einer Zweckentfremdung der Datenhalden nicht möglich sei«.
Im September 2008 durchsuchen Beamte der Münchner Staatsanwaltschaft die Wohnung des Pressesprechers der Piratenpartei Deutschlands und beschlagnahmen einen Server der Piratenpartei. Der Grund für diese Aktion: Die Staatsanwaltschaft wollte den Informanten ermitteln, der der Piratenpartei im Januar 2008 ein internes Dokument des bayerischen Justizministeriums zugespielt, das belegt, dass in Bayern gegen geltendes Recht bereits „Trojaner“ zum Abhören von Internettelefonaten eingesetzt wurden.
Gewerkschaften, Betriebsräte und die industriellen Beziehungen im Allgemeinen werden oft als Relikt einer vergangenen Epoche angesehen. Aber trotz allen Geredes von einer „Freizeitgesellschaft“ nimmt die Erwerbsarbeit einen immer größeren Teil unseren Lebens ein. So hat sich die Europäische Union für ihre Europa-2020-Strategie zum Ziel gesetzt, die Erwerbsquote kontinuierlich zu steigern. Auch wenn die „Industriearbeit“ an Bedeutung verliert, erleben wir doch eher eine Industrialisierung von Dienstleistungen und „Wissensarbeit“. Es macht deshalb heute erst recht Sinn, sich mit den industriellen Beziehungen und den organisierten Anstrengungen zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen zu befassen.
Die European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions in Dublin ist eine Einrichtung der EU, die die Aufgabe hat, Know-How zu den Arbeits- und Lebensbedingungen, den industriellen Beziehungen und dem Strukturwandel in Europa aufzubauen und zur Verfügung zu stellen.
Die European Foundation betreut unter anderem:
- das European Industrial Relations Observatory (EIRO)
- das European Monitoring Centre on Change (EMCC)
- das European Working Conditions Observatory (EWCO)
Die German Industrial Relations Association ist eine wissenschaftliche Vereinigung. Sie dient der Förderung von Forschung und Lehre auf dem Gebiet der industriellen Beziehungen (Arbeitsbeziehungen), indem sie Konferenzen und Workshops veranstaltet sowie enge Verbindungen zu der International Labour and Employment Relations Association (Ilera), ihrem weltumspannenden Dachverband, und anderen internationalen Organisationen pflegt.
The International Industrial Relations Association (IIRA) was established in 1966 in response to a growing need to develop and exchange knowledge in the field of industrial relations, at the international level, and provide the academic and the practitioner with a forum for discussion and research. In 2010 it was decided to change its name to International Labour and Employment Relations Association, Ilera.
Im Streit um IT-Standards geht es um die Frage, wer die Kontrolle über unsere IT-Infrastruktur erhält. Sollen globale Unternehmen und Unternehmenskartelle Archivierung und Austausch von Dokumenten kontrollieren? Oder sollen die Formate und Protokolle, mit denen wir unsere Daten austauschen und archivieren, durch herstellerunabhängige und frei verfügbare offene Standards reguliert werden?
Stefan Betschon erläutert ausführlich die wirtschaftlichen und politischen Hintergründe des „Kriegs der Standards“ zwischen OASIS OpenDocument und ECMA OOXML. Er zeigt, wie die Schweizer Bundesverwaltung durch den frühen Umstieg auf Microsoft Office 2007 bereits Fakten geschaffen hat, bevor eine kritische Evaluation der zur Verfügung stehenden Standards überhaupt statt gefunden hat.
Und er macht sehr schön auf die Widersprüche in der Argumentation von Microsoft aufmerksam und zeigt warum OOXML kein offener Standard ist:
Als offen gilt ein Standard, der in einem «offenen» und allen interessierten Parteien zugänglichen Entscheidungsprozess erarbeitet wurde und bei dem das geistige Eigentum, das er enthält, unentgeltlich von allen Interessierten genutzt werden kann. Gemessen an dieser Definition schmückt sich OXML zu Unrecht mit dem Adjektiv «open».
Artikel aus der ZEIT vom 17.07.2007, der darauf aufmerksam, worum es in dem Streit um einen offenen Standard für Office-Dokumente geht:
Denn beim Kampf um Dateiformate und Systeme geht es um mehr als einfache Textdateien und Präsentationen. Es geht um den gesicherten Zugriff von Firmen, Regierungen und Privatleuten auf all ihre gespeicherten, aktuellen und zukünftigen Daten. Es geht um die Zukunft privater, staatlicher und betrieblicher Archive – und darum, ob der Schlüssel zu all diesen Daten besser bei Bill Gates liegt oder in der globalen Community der Open-Source-Szene.
Brigitte Bornemann-Jeske erörtert die Auseinandersetzung um das zukünftigte Standardformat für Dokumente im Hinblick darauf, wie die Barrierefreiheit in den vorgeschlagenen Spezifikationen berücksichtigt wird.
Kommentar von Alexandra Kleijn für Heise zum Krieg der Standards zwischen OpenDocument und OOXML. Kleijn argumentiert u. a., dass OOXML schon von seiner Zielsetzung her nicht herstellerneutral ist: “OpenXML was designed from the start to be capable of faithfully representing the pre-existing corpus of word-processing documents, presentations, and spreadsheets that are encoded in binary formats defined by Microsoft Corporation.”
Artikel aus dem Handelsblatt vom 16. August 2007, der den Versuch von Microsoft, sein neues Office-Dateiformat als „offenen Standard“ zu verkaufen, als Schwindel bezeichnet.
Microsoft gilt nicht gerade als Freund des freien Wettbewerbs. Doch selbst der Software-Riese aus dem US-Städtchen Redmond muss der mit aller Macht vorpreschenden Open-Source-Bewegung Tribut zollen. Sein neues Office-Format verkauft Microsoft als offenen Standard – ein Schwindel, sagen Kritiker. Es scheint ein Streit um eine vermeintlich belanglose Norm zu sein. Und doch geht es um einen lange gehegten Traum vieler PC-Nutzer: ein einheitliches Format für Texte, Tabellen und Präsentationen.
Artikel aus der ZEIT vom 17.07.2007, der darauf aufmerksam, worum es in dem Streit um einen offenen Standard für Office-Dokumente geht:
Denn beim Kampf um Dateiformate und Systeme geht es um mehr als einfache Textdateien und Präsentationen. Es geht um den gesicherten Zugriff von Firmen, Regierungen und Privatleuten auf all ihre gespeicherten, aktuellen und zukünftigen Daten. Es geht um die Zukunft privater, staatlicher und betrieblicher Archive – und darum, ob der Schlüssel zu all diesen Daten besser bei Bill Gates liegt oder in der globalen Community der Open-Source-Szene.
Stéphane Rodriguez hat sich die Mühe gemacht, sich Microsofts Office-XML-Dateien mal genauer anzusehen und die Ansprüche zu überprüfen, dass es sich um ein „offenes“, „interoperables“, „plattform- und anwendungsunabhängiges“ Format handelt, das mit jedem beliebigen XML-Editor bearbeitet werden kann. Er kommt zu dem Ergebnis, dass keiner dieser Ansprüche eingelöst ist:
- Die Bearbeitung einzelner Zell-Inhalte in einer Excel-Datei kann dazu führen, dass die Datei in Excel nicht mehr geöffnet werden kann (“Self-exploding spreadsheats”).
- “Office Open XML“ verwendet Datentypen, die Windows-API-Funktionen entsprechen und nur unter Microsoft Windows Sinn machen.
- Das Format bildet nicht einfach die im Dokument enthaltenen Daten ab, sondern interne Programmstrukturen von Microsoft Office.
Dieser Text stellt die bislang ausführlichste Kritik des neuen Microsoft-Dateiformats dar.
Dieser Blogeintrag eines ehemaligen Excel-Entwicklers beschreibt, wie die Microsoft-Dateiformate Ideosynkrasien aus längst vergangenen Zeiten mit sich herumschleppen, die ursprünglich als grobe Workarounds für die begrenzten Ressourcen der ersten PCs entstanden sind. Auch das neue OOXML-Dateiformat, das Microsoft der ISO zur Standardisierung vorgeschlagen hat, reproduziert diese Ideosynkrasien, obwohl doch ältere Dateien ohnehin in das neue Format konvertiert werden müssen. Konkurrenten, die diese Dateiformate vollständig implementieren wollen, müssen über 20 Jahre Microsoft-Entwicklungsgeschichte rekonstruieren.
Im Deutschlandfunk unterhalten sich die beiden Journalisten Manfred Kloiber und Peter Welchering über ISO-Standardisierung von Microsofts OOXML und kommen zu dem Schluss: „Mit der Verabschiedung von Open XML als Standard für Dokumentenformate hat die ISO den PC-Anwendern keinen Gefallen getan.“
Rob Weir, ODF-Experte bei IBM, berichtet über Regeländerungen bei der ISO, die am 1. Juli 2010 in Kraft getreten sind und eine Reaktion auf den chaotischen Standardisierungsprozess von Microsofts OOXML darstellen. Damit soll insbesondere sicher gestellt werden, dass Bedenken der nationalen Standardisierungsbehörden nicht einfach ignoriert werden können und “Fast Track”-Verfahren abgebrochen werden, wenn sich herausstellt, dass die Zahl der Einwände zu groß ist, um in kurzer Zeit abgearbeitet zu werden.
Offizielle Seite der OpenDocument-Arbeitsgruppe der OASIS
Brigitte Bornemann-Jeske erörtert die Auseinandersetzung um das zukünftigte Standardformat für Dokumente im Hinblick darauf, wie die Barrierefreiheit in den vorgeschlagenen Spezifikationen berücksichtigt wird.
Kritische Internetseiten zu Lobbyismus und den Einfluss privater Unternehmen und Think-Tanks auf die Politik
Jahr für Jahr verleihen das Corporate Europe Observatory, die Friends of the Earth Europe, LobbyControl and Spinwatch einen Preis für das übelste Lobbying und die EU-Institution, die am zugänglichsten für Lobbyisten ist. Im Jahr 2006 waren das ExxonMobil für die besonders hartnäckige Unterstützung von Klimawandel-Skeptikern und die Generaldirektion Binnenmarkt der EU-Kommission für die Manipualtion eines Anhörungsprozesses zur EU-Patentpolitik.
Beitrag der NDR-Sendung Zapp über den Einfluss der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Kritischer Weblog zu den Aktivitäten der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Speth, Rudolf: Die politischen Strategien der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 2004.
Politische Nachrichten und Analysen
Die Wirtschafts- und Finanzkrise geht nun ins dritte Jahr. Bislang reagiert die Politik mit genau der Sorte von Maßnahmen, die uns die Krise erst eingebrockt haben. Die Wochenzeitung Der Freitag berichtet in seiner Online-Ausgabe über das neue Memorandum der EuroMemorandum-Gruppe, das konkrete Vorschläge enthält, wie eine alternative Wirtschaftspolitik aussehen könnte.
David Leonhardt erläutert in der New York Times die unterschiedlichen Konzepte von Hillary Clinton und Barack Obama zur Gesundheitsreform und zur Wirtschaftspolitik. Dabei geht er auch auf die theoretischen Hintergründe dieser Konzepte ein.
In seiner Grundsatzrede auf dem Parteitag der Demokraten 2004 gelingt es Obama nicht nur, den “American Dream” neu zu definieren, sondern er entlarvt en passant die Versprechungen des Neoliberalismus als blinden Optimismus.
Lucas Zeise, Kolumnist der Financial Times Deutschland, zeigt, warum die Wirtschaftspolitik Barack Obamas derjenigen von George W. Bush so erstaunlich ähnlich ist.
Von Roosevelt unterscheidet sich Obama beträchtlich. Der ließ am Tag nach seiner Amtsübernahme die Banken im Land fünf Tage lang schließen. Danach verabschiedete der Kongress ein Gesetz, das das Finanzsystem der Regierung unterstellte. Bei Barack Obama bleibt es hingegen umgekehrt.
In der Washington Post vom 26. März 2010 kritisieren Jack Goldsmith und Lawrence Lessig die Absicht der US-Regierung unter Barack Obama, das ACTA-Abkommen nicht im Senat oder Repräsentantenhaus zur Abstimmung zu stellen, sondern als “sole executive agreement” zu ratifizieren, so dass nur die Zustimmung des Präsidenten nötig ist.
Internetportal der Zeitschrift MicroMega, die sich aus links-liberaler Sicht mit der politischen Kultur Italiens befasst
Dieser Artikel aus dem Schweizer Tagesanzeiger vom 15. Mai 2006 geht der Frage nach, ob es Zufall ist, dass seit der Abwahl Berlusconis einige besonders erfolgreiche Vertreter der italienischen „furbizia“ gefallen sind: der Mafia-Boss Provenzano, der Richter-Bestecher Previti, der Milliardenscheffler Ricucci und der Juve-Boss Moggi. (Von Oliver Meiler)
Nachtrag 16. August 2011: Da hat sich der Verfasser zu früh gefreut. Nach dem Scheitern der zweiten Prodi-Regierung haben die „furbissimi“ erst so richtig Auftrieb bekommen.
Interview mit Romano Prodi in der Wochenzeitung Die Zeit vom 12. Juni 2006.
Artikel aus dem Guardian vom 18. Mai 2006 über den neuen Justizminister Italiens Clemente Mastella, der Trauzeuge bei einem Mafia-Unterstützer war, aber als Exponent der Mini-Partei UDEUR von Prodi nicht übergangen werden konnte.
In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung am 6. November 2009 erläutert Leoluca Orlando, der ehemalige Bürgermeister von Palermo und aktuelle Oppositionspolitiker, wie Italien unter Berlusconi zu einer Diktatur geworden ist, „die wie eine Demokratie aussieht“, wie Berlusconis Politik die Mafia fördert und welche Gefahren sich daraus für Europa insgesamt ergeben.
Ein in jeder Hinsicht lesenswertes Gespräch mit Moshe Zuckermann über die Situation im Nahen Osten, den islamischen Fundamentalismus, die israelische Politik und einen möglichen Einsatz deutscher Soldaten
Verweise auf interessante Seiten zu wirtschaftspolitischen und wirtschaftssoziologischen Themen
Lesenswerter Kommentar von Harald Schumann im Tagesspiegel vom 25. Januar 2009 zum Ausverkauf der Staatskasse an die Finanzwirtschaft: „Mit Steuermilliarden sollten die Finanzmärkte gerettet werden. Heraus kam ein Selbstbedienungsprogramm für gescheiterte Banker.“
Interview der Tagesschau vom 15. Oktober 2009 mit Stefan Frank, dem Autor des Buches „Die Weltvernichtungsmaschine“, darüber warum kaum jemand auf die Warnungen vor einer Finanzkrise gehört hat und warum die Maßnahmen, die nun ergriffen werden, die grundlegenden Probleme nur verschärfen: Die Banken „machen derzeit ein gutes Geschäft, indem sie billiges Geld, das die Notenbanken zur Verfügung stellen, in Staatsanleihen investieren oder sogar bei den Notenbanken parken und dafür Zinsen kassieren.“
Peter Mühlbauer nimmt in Telepolis am 15. Oktober 2009 die angekündigten Entlassungen bei der Süddeutschen Zeitung zum Anlass, um über einen zu schreiben, der garantiert nicht entlassen wird, obwohl er mit seinen falschen wirtschaftspolitischen Einschätzungen für die Krise mitverantwortlich ist: den Wirtschaftsredakteur Marc Beise.
„Definiert man allerdings ‚Neoliberalismus‘ in diesem älteren, ursprünglichen Sinne, dann würden zwei ganz sicher nicht dazugehören: Gerhard Schröder und Marc Beise. Gerade Schröder entmachtete das Kartellamt, die Kerninstanz dieses historischen Neoliberalismus, wie kein zweiter vor ihm.“
Roman George widerlegt in einem Beitrag vom 19. Oktober 2009 auf dem Webolg Carta die Argumente deutscher Ökonomen gegen einen gesetzlichen Mindestlohn und bietet statt dessen eine hervorragende Zusammenfassung der Argumente für einen Mindestlohn.
Die Wirtschafts- und Finanzkrise geht nun ins dritte Jahr. Bislang reagiert die Politik mit genau der Sorte von Maßnahmen, die uns die Krise erst eingebrockt haben. Die Wochenzeitung Der Freitag berichtet in seiner Online-Ausgabe über das neue Memorandum der EuroMemorandum-Gruppe, das konkrete Vorschläge enthält, wie eine alternative Wirtschaftspolitik aussehen könnte.
Internetseiten zur Diskussion um Immaterialgüterrechte und das so genannte „geistige Eigentum“
Richard Stallmann, Begründer der Free-Software-Bewegung, erläutert in diesem Essay, warum es falsch ist, von “intellectual property” zu sprechen.
Dieses Buch von Volker Grassmuck, in dem es in erster Linie um Freie Software geht, bietet einen hervorragenden Überblick über die Entstehungsgeschichte der verschiedenen Immaterialgüterrechte: Urheberrecht, Copyright, Patente und andere gewerbliche Schutzrechte.
Der Artikel von Cory Doctorow aus dem Guardian vom 21. Februar 2008 bringt es auf den Punkt: „Geistiges Eigentum“ zu verteidigen, klingt besser als staatlich geschützte Monopolrechte durchzusetzen, aber: “it’s exactly why the phrase ‘intellectual property’ is, at root, a dangerous euphemism that leads us to all sorts of faulty reasoning about knowledge. Faulty ideas about knowledge are troublesome at the best of times, but they’re deadly to any country trying to make a transition to a ‘knowledge economy’.”
Vom 5. bis 15. Mai 2009 ließ der britische Economist seine Leserinnen und Leser über die Frage diskutieren, ob die aktuellen Copyright-Gesetze eher schaden als nützen, konkret: ob die Verschärfung des Copyrights Kreativität und Fortschritt eher behindert als fördert.
In der Online-Ausgabe der FAZ vom 3. Februar 2010 erläutert Jörg Kantel, bekannt durch seinen Blog Schockwellenreiter, warum das zur technologischen Revolution gehypte iPad kein Computer im Sinne einer Universalmaschine mehr ist, sondern „eine Fernbedienung“, eine bloße „Abspielplattform für die Inhalte der Medienkonzerne“.
Unter dem Titel “Copyright and wrong: Why the rules on copyright need to return to their roots” kritisiert ein Leitartikel des Economist vom 8. April 2010, was in den letzten Jahrzehnten bei der Reform des Copyrights alles falsch gelaufen ist, und fordert eine radikale Umkehr: Rückkehr zu kürzeren Schutzfristen und Ausdehnung der Schrankenregelungen im Sinne des “Fair use”. Lesenswert ist auch die Diskussion in den Kommentaren zu diesem Artikel.
Sehr ausführlicher Artikel vom 5. Jnui 2008 über die undurchsichtigen Motive und Ziele, die die USA und die EU mit dem ACTA-Abkommen verfolgen. Die USA will das Abkommen möglichst noch während der Amtszeit von George W. Bush durchbekommen. Die EU will jede öffentliche Diskussion darüber vermeiden, was ihr anscheinend auch gut gelingt.
In diesem Artikel in der kanadischen Tageszeitung The Star vom 28. Juli 2008 legt Michael Geist dar, welche Verbände auf kanadischer Seite bei den geplanten Verhandlungen über ACTA beteiligt sind: Pharmakonzerne, Musik- und Filmindustrie aber keine Vertreter von IT-Unternehmen, Internetprovidern oder gar Verbraucherschützern.
Diese Meldung aus dem Heise-Newsticker vom 5. August 2008 kritisiert die „Geheimniskrämerei“ um das ACTA-Abkommen. Die Öffentlichkeit wird den Vertragstext frühestens dann zu Gesicht bekommen, wenn er „unterschriftsreif“ ist. Und auch die Parlamente, die darüber abzustimmen haben, werden wahrscheinlich erst kurz vorher informiert. So funktioniert Demokratie bei uns!
Über 100 zivilgesellschaftliche Organisationen aus aller Welt fordern in diesem offenen Brief eine sofortige Offenlegung der Verhandlungen um das geplante Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA).
Die Electronic Frontier Foundation (EFF) und Public Knowledge haben eine Klage gegen die Handelsvertretung der Vereinigten Staaten eingereicht, um die Herausgabe von Informationen über das weitgehend geheim ausgehandelte Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) zu erzwingen.
Auch unter Obama hält die US-Regierung Informationen zu dem geplanten Anti-Piraterie-Abkommen ACTA mit Berufung auf die nationale Sicherheit weiter unter Verschluss. Die Informationspolitik der EU-Kommission ist da auch nicht besser. Während Experten von Wirtschaftszweigen, die sich um den Schutz ihres »geistigen Eigentums« sorgen, an der Ausarbeitung der Texte, können die Parlamentarier, die den Vertrag später in Gesetze umsetzen müssen, nicht einmal die Texte einsehen. Und sowas nennt man heutzutage Demokratie.
In der Online-Ausgabe der Zeit vom 9. Dezember 2009 erörtert Sandro Gaycken am Beispiel des französischen von HADOPI-Gesetzes und und des hinter verschlossenen Türen ausgehandelten ACTA-Abkommens, wie der Kampf gegen illegale Downloads die Demokratie beschädigt. Leider erscheinen solche Artikel nicht in der Print-Ausgabe der Zeit.
Am 10. Dezember 2009 haben sich Bürgerrechts-, Verbaucherschutz- und andere Organisationen aus Europe und den USA in einem offenen Brief an die Europäische Union gewendet, um zu verhindern, das über das geheim ausgehandelte Handelsabkommen ACTA Grundrechte und bürgerliche Freiheiten eingeschränkt werden.
Michael Hörz hat für Carta den kanadischen ACTA-Kritiker Michael Geist interviewt (erschienen am 22.02.2010). Der erläutert, wie mit dem so genannten Anti-Fälschungs-Abkommen Etikettenschwindel betrieben und demokratische Entscheidungsprozesse ausgehebelt werden. Für die Betreiber von ACTA ist selbst die WIPO schon zu demokratisch: „Nun, Funktionäre haben schon mehrmals zugegeben, dass ACTA ein ausdrücklicher Versuch sei, die WIPO zu umgehen.“
In ungewöhnlich scharfer Weise hat der Europäische Datenschutzbeauftragte Peter Johan Hustinx am 22. Februar 2010 die geheimen Verhandlungen über das Anti-Fälschungs-Handelsabkommen ACTA kritisiert. Es sei nicht hinzunehmen, dass Verhandlungen über ein Abkommen, das tief in die Datenschutz- und Verbraucherrechte eingreift, im Geheimen verhandelt werde. Auch wenn der Schutz von Immaterialgüterrechten wichtig sei, dürften diese nicht über die Grundrechte auf Datenschutz gestellt werden.
Artikel vom 31. März 2010 auf Zeit Online von Erika Mann, einer ehemaligen SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament, die inzwischen Leiterin des Brüsseler Büros der Computer & Communications Industry Association (CCIA) ist. Sie kritisiert die ACTA-Verhandlungen nicht nur wegen ihrer Intransparenz, sondern vor allem deshalb, weil darin Regelungen vorgesehen sind, die ausschließlich bestehende Geschäftsmodelle schützen und neue Ideen eher behindern. Die Verhandlungen stehen damit im direkten Gegensatz zur Innovationsstrategie der Europäischen Union, die bei einer solchen Politik genauso scheitern wird wie die Lissabon-Strategie.
In der Washington Post vom 26. März 2010 kritisieren Jack Goldsmith und Lawrence Lessig die Absicht der US-Regierung unter Barack Obama, das ACTA-Abkommen nicht im Senat oder Repräsentantenhaus zur Abstimmung zu stellen, sondern als “sole executive agreement” zu ratifizieren, so dass nur die Zustimmung des Präsidenten nötig ist.
Dieser Artikel von Peter Mühlbauer in der Telepolis fasst den Anfang August 2008 aktuellen Stand der Auseinandersetzungen um die Kartoffelsorte „Linda“ zusammen.
In ihrer Ausgabe vom 17. Dezember 2009 veröffentlicht die Zeit ein Interview mit Lars Fischer, dem Initiator der Onlinepetititon für Open Access. Da hätte ich mir zwar gewünscht, dass er die zum Teil schiefen Fragen zurecht rückt (so ist beispielsweise eine Peer-Review bei Open-Access-Zeitschriften viel verbreiteter als bei klassischen deutschen Wissenschaftszeitschriften). Aber wahrscheinlich ist es taktisch geschickter so etwas einfach zu ignorieren und davon unbeirrt sachlich zu antworten.
Grundlage für die Arbeit des Europäischen Patentamts ist das Europäische Patentübereinkommen (EPÜ), das am 5. Oktober 1973 auf einer diplomatischen Konferenz in München von 16 Europäischen Staaten unterzeichnet wurde und am 7. Oktober 1977 in Kraft trat. Artikel 52 EPÜ, der festlegt, auf welche Gegenstandsbereiche Patente vergeben werden können, schließt „Programme für Datenverarbeitungsanlagen“ explizit von der Patentierbarkeit aus.
Sehr informativer Artikel von Nina Jauker vom 12. Juni 2006 über Firmen, die von Patentklagen leben, ohne selbst etwas zu produzieren.
„Das fragwürdige Geschäftsmodell der Trolle ist ein Auswuchs der Entwicklung, dass Unternehmen zunehmend auch banale Details schützen lassen. In diesem Schutzrechts-Dschungel sind Patentverletzungen fast nicht mehr zu vermeiden. ‚Besonders betroffen sind Telekommunikationsunternehmen und Softwarehersteller – alles Branchen, in denen Produkte aus Tausenden technischer Komponenten bestehen‘, sagt Joachim Henkel.“
Internetseite eines Aktionsbündnis, das sich auf der Grundlage einer „Göttinger Erklärung“ vom 5. Juli 2004 für ein Urheberrecht einsetzt, das die Nutzung der neuen technischen Möglichkeiten zum Wohle der Allgemeinheit fördert, anstatt auf Kosten von Bildung und Wissenschaft die Risiken privater Rechteverwerter zu reduzieren.
Übersichtsseite des Heise-Verlags zur Auseinandersetzung um die Reform des Urheberrechts – eine der besten Informationsquellen zu den aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich.
Projektseite zum Urheberrecht in der digitalen Welt mit Nachrichten, Diskussionsforum und umfangreichen Informations- und Unterrichtsmaterialien, getragen vom Berliner Mikro e. V. Wurde zwischen 2004 und 2006 vom Bundesministerium für Verbraucherschutz gefördert.
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen verweist auf die Charta der digitalen Verbraucherrechte und bietet einen Musterbrief an die zuständigen Bundesminister.
Ich habe mich immer schon gefragt, warum die Online-Ausgaben von klassischen Medien so selten auf ihre Quellen verlinken. Ulrike Langer sieht den Grund darin in der rückwärtsgewandten Mentalität der Verlage: »Verlage sollten begreifen, dass ein Internet ohne Verlinkungen kein Netz ist, sondern eine Anhäufung von abgeschotteten Inhalten, die keiner findet und keiner beachtet.«
Artikel über den Hintergrund einer Online-Petition gegen die Geschäftspraktiken der GEMA: »Die intransparenten Gebührenerhebungs- und Verteilungspraktiken der Rechteverwertungsgesellschaft GEMA gefährden nach Ansicht der Kritiker die kulturelle Vielfalt im Lande. Die GEMA-Richtlinien führen bereits heute oft dazu, dass viele Kleinveranstalter, die Konzerte mit Nachwuchstalenten anbieten, mehr Geld an die GEMA abführen, als sie bei diesen Veranstaltungen einnehmen. Von den GEMA-Abgaben der Kleinen profitieren derweil vor allem Rechteverwalter und Musiker, die dank ihrer hervorragenden Verkaufszahlen auf diese Quersubventionierung gar nicht angewiesen wären.«
Ausgehend von der These Mark Gettys, dass »Intellektuelles Eigentum das Öl des 21. Jahrhunderts« sei, schreibt Jens Mühling im Tagesspiegel vom 30. Juni 2009 über den Krieg zwischen Internet-Piraten und den großen Unterhaltungskonzernen und kommt zu dem Schluss: »Die Frage ist also nicht, ob das Netz ein rechtsfreier Raum sein darf, wie derzeit diskutiert wird, sondern ob Millionen von Internetnutzern es hinnehmen, dass die Ungerechtigkeiten der analogen Welt im Netz fortbestehen.«
Im April 2010 haben die Heinrich-Böll-Stiftung und iRights.info einen Reader präsentiert, der Texte zum Thema Urheberrecht von Lawrence Lessig, Cory Doctorow, Till Kreutzer, Ilja Braun und anderen enthält. Ziel ist eine komplette Neujustierung des Urheberrechts, die es ermöglicht, die durch die digitale Revolution gewonnenen Freiheiten zu nutzen und die Rechte der Autoren zu wahren.