Kategorie Neoliberalismus

  • Ich habe gerade ein Lob auf 10 Jahre Handwerksreform in der Süddeutschen Zeitung gelesen und mich gefragt, ob ich schon so voreingenommen bin oder ob in dem Artikel nicht tatsächlich alle überprüfbaren Daten, die genannt werden, gegen einen Erfolg der Handwerksreform sprechen und alle »Argumente«, die für einen Erfolg der Reform angeführt werden, auf reinen Mutmaßungen und Vorurteilen beruhen.

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  • “A Private Note to Hedge-Fund Clients Gives a Strategist’s View; Ways to Gain From Global Pain” – so lautet der Untertitel eines Artikels im Wall Street Journal, auf den die NachDenkSeiten aufmerksam machen. Darin fassen die beiden Autorinnen Susan Pulliam und Liz Rappaport einen Bericht der Strategie-Abteilung von Goldman Sachs zusammen, der Hedge-Funds erklärt, wie sie aus der Finanzkrise in Europa Gewinn ziehen können.

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  • Heute morgen habe ich einen Kommentar im Standard gelesen. Der Autor Christian Fleck beschwert sich über die Desinformation zur Griechenland-Krise in den Medien. Die meisten Stellungnahmen kommen von Experten aus der Finanzbranche, die ihre eigenen Interessen verfolgen und deshalb verdächtig sind. Wirtschaftswissenschaftler, die eine neutrale Position vertreten könnten, melden sich kaum zu Wort. Die einzige Information, die ihm glaubwürdig erscheint, ist der Artikel in der NZZ mit dem Titel Rettung von Banken als wahres Ziel.

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  • Ich lese gerade Konrad Paul Liessmanns »Theorie der Unbildung«. Das Buch hat zwar einen stark kulturpessimistischen Zug, aber es enthält eine Fülle anregender Gedanken. Möglicherweise macht gerade dieser konservative Zug, insbesondere das unbeirrte Festhalten am Humboldtschen Bildungsideal, den Reiz dieses Buches aus. Liessmann schert sich einfach nicht darum, dass es inzwischen völlig »out« ist, das Humboldtsche Bildungsideal und die humanistische Bildung im Sinne des Studiums der altgriechischen Sprache und der klassischen griechischen Kultur hochzuhalten. Er tut es einfach und begründet seine Position – im Unterschied zu den »Reformern«, die die Überholtheit dieser Konzepte als selbstverständlich voraussetzen.

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  • Ein Vorwurf, der Barack Obama gemacht wird, ist der, dass er nur eine emotionale Botschaft, aber keine Inhalte, kein politisches Programm habe. Das ist ein typisches Argument von Journalisten, die selber keine Zeit haben, sich mit den Inhalten zu befassen. Wahrscheinlich sind es die gleichen Journalisten, die seinerzeit – ohne selber den Verfassungsvertrag gelesen zu haben – den Gegnern des Europäischen Verfassungsvertrags vorgeworfen haben, ihnen würde es gar nicht um den Inhalt des Vertrages gehen, sondern um andere Dinge.

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