Microsoft Office

Verkaufsverbot für Microsoft Word

Eine Meldung, die gestern schon bei Golem und Heise erschien, und heute auch auf den Internetseiten der Tagesschau auftaucht, möchte ich nicht unkommentiert lassen:

Am 11. August 2009 hat ein texanisches Gericht in einer einstweiligen Verfügung ein Verkaufsverbot für alle XML-fähigen Versionen von Microsoft Word verhängt (also ab Version 2003), weil Microsoft nach Auffassung des Gerichts gegen das US-Patent 5,787,449 des kanadischen Herstellers I4i verstößt. Das Urteil darüber war schon im Mai ergangen. Weil Microsoft sich weigerte, das Urteil anzuerkennen, hat der Richter nun das Verkaufsverbot für Word verhängt, dass binnen 60 Tagen umzusetzen ist.

Meiner Ansicht nach ein hervorragendes Beispiel für den Irrsinn des Patentsystems.

OpenOffice.org eine billige Kopie von Microsoft Office?

Vor gut drei Jahren habe ich in diesem Blog geschrieben:

Auf jeden Fall stellt sich das zwanghafte Bemühen der OpenOffice.org-Entwickler, Microsoft Office möglichst ähnlich zu werden, nun als absurdes Unterfangen dar. Statt dessen wäre es besser gewesen, die eigenen Stärken auszubauen (die StarOffice immer schon hatte) und mit innovativen Konzepten weiterzuentwickeln. Die Vorstellung, „usability“ sei, was so funktioniert wie in MS Office, ist ein Missverständnis, auch wenn die meisten usability-issues im OpenOffice.org-Bugtracking-System diesem Schema folgen.

Da habe ich mich wohl etwas zu früh gefreut. Inzwischen stellt das OpenOffice.org-Team erste Ergebnisse seines Renaissance-Projekts zum Testen bereit.

Microsoft Office 2007 Beta in der c’t

Euphorie gibt es nicht nur um die deutsche Fußballnationalmannschaft (oder heißt es jetzt: Fussball™-Nationalmannschaft?). Die aktuelle Ausgabe der c’t enthält eine CD mit der zweiten Beta zu Microsoft Office 2007 und dazu einen Artikel, der in seinem Grundtenor geradezu euphorisch ist. Am köstlichsten sind die in den Artikel eingestreuten fiktiven Anwender-Feedbacks, die bis auf den ersten (der „Selten-Nutzer“) nach dem Muster aufgebaut sind: auf den ersten Blick ungewohnt, aber bei genauerem Hinsehen viel besser als früher.

Ein Office-Power-User:
„Das ist das erste MS-Office seit 97, das ich mir auch privat zulegen werde.“

Ein Streiflicht:
„Als Fan der Sehbehinderten-Auflösung 800 × 600 bin ich überrascht, wie sinnvoll sich die Software auch darunter benutzen lässt – besser als der Vorgänger.“

Der eigentliche Artikel hält sich da kaum zurück. Sein Fazit lautet:

Version 2007 ist unserer Meinung nach die insgesamt größte und gelungenste Innovation in der Geschichte von Microsoft Office.

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