Eine Bemerkung zu Anselm von Canterbury
»Noch immer bist du, Herr, meiner Seele verborgen in deinem Licht und deiner Glückseligkeit, und darum bewegt sie sich noch immer in ihrer Finsternis und ihrem Elend. Denn sie schaut umher und sieht deine Schönheit nicht. Sie horcht und hört doch deinen Wohlklang nicht. Sie riecht und nimmt deinen Wohlgeruch nicht wahr. Sie kostet und erkennt nicht deinen Geschmack. Sie streichelt und fühlt nicht deine Zartheit. Du hast dies nämlich in deiner unaussprechlichen Weise verborgen, der du es den Dingen gegeben hast, die du in ihrer Sinnlichkeit geschaffen hast, aber betäubt, erstarrt, verrammelt sind die Sinne meiner Seele durch die langjährige Schlaffheit der Sünde.«
Anselm von Canterbury, Proslogion, cap. XVII